Curriculum

Elmar Laux, Jahrgang 1925, ist im Januar 2019 im Alter von 93 Jahren verstorben.

In jungen Jahren war er eher ein wilder,  leicht aufbrausender aber sehr gefühlvoller Mensch, voller Humor, Wärme und positiver Lebenseinstellung. Innere Ruhe fand er, indem er sich schon als Kind tagelang zurückzog und malte.

Als Jugendlicher finanzierte sein Vater, Wilhelm Laux, der Schulrektor und einziger Lehrer an der Laacher Dorfschule - eine 8-klassige Zwergschule - war, als Ersatz für ein Kunststudium privaten Kunstunterricht bei Theo Wolff, Professor an der Düsseldorfer Kunsthochschule.

Dies war die Gegenleistung dafür, dass Elmar das Gymnasium schnell verließ. Sein Vater wusste, dass Krieg kurz bevorstand. Der älteste Sohn Josef machte ein Notabitur und ein verkürztes Studium zum Diplomkaufmann. Ihn traf der Krieg hart. Für Elmar war es noch nicht zu spät. Der Vater wünschte, dass Elmar eine Ausbildung im Bereich Nahrungsmittelbranche machte, damit er und die Familie am Essen blieben. Elmar entschied sich schweren Herzens für eine Ausbildung als Konditor.

Tatsächlich erkannte er nachträglich, dass diese Entscheidung lebensrettend für ihn war. Mit 17 wurde er eingezogen. Er hatte so die Gelegenheit, sich freiwillig als Bäcker nach Italien zu melden. Gegen Ende des Krieges musste er dennoch an die Ostfront, wo er sich zweimal mutilierte und zu allerletzt desertierte. Keiner seiner Kameraden kehrte von dem letzten Einsatz zurück. Einige Zeichnungen aus den ersten Soldatenjahren sind Teil dieser Homepage. Aber er war kein Feigling. Zum Beispiel rettete er einen Kameraden aus Treis an der Mosel, der Herkunftsort seiner Eltern, aus einem Gefangenenlager, in das er sich hineinschmuggelte um den Freund nach draußen zu bringen. Und er maggelte nach dem Krieg Schweine und Wein hin und her über die drei Zonengrenzen. Seine Mutter entstammte einer Winzerfamilie.

Nach dem Krieg und der Maggelzeit wurde sein Leben ruhiger. Er heiratete seine große Liebe, Inge. Mit der Hochzeit wurde gewartet, bis sein Bruder im November 1949 krank endlich aus russischer Gefangenschaft zurückkehrte. Gelegentlich reiste er für seinen Arbeitgeber, Buckau R. Wolf, nach Italien. Mit seinen Maggelerfahrungen gelang es ihm immer wieder, große Ladungen trotz Streiks in die Welt zu verschiffen, damit seinem Arbeitgeber hohe Konventionalstrafen erspart blieben.

1953 kam die einzige Tochter, Edith, zur Welt, die ihn auf Exkursionen mit seinem Kunstlehrer Theo Wolff gelgentlich begleitete.

Elmar malte bis ins hohe Alter, nach der Arbeit, an den Wochenenden, als Rentner. Er schlich sich in aller Herrgottsfrühe an die Erft, um zu malen. Er war heimatverbunden, und er malte ebenso im Urlaub, in Österreich, in Italien und Ungarn. Er lehnte es ab, seine Bilder zu verkaufen. Er beteiligte sich an wenigen Ausstellungen im Grevenbroicher Raum, wollte aber seine Bilder trotz Nachfrage nicht verkaufen. Dies überließ er seiner Tochter nach seinem Ableben. Nur Freunde und Verwandte, die er besuchen konnte, verfügen über Bilder von ihm.

In den letzten beiden Lebensjahren litt er unter Alzheimer. Einige Stunden vor seinem Tod - er verbrachte einen halben Tag in einem Altersheim - inmitten von über 50 seiner Bilder - sagte er, dass er mit seinem Leben und Wirken zufrieden war. „Ich war ein fleißiger Maler, ne?“ meinte er.

Seine Bilder sind voller Feinheit und stimmungsvoll - so wie seine Seele in späten Jahren.

Die gerahmten Bilder aus dem ehemaligen Wohnhaus finden Platz in dieser Homepage.

 

Elmar Laux 1

Elmar Laux in seinem Haus

Elmar Laux 2

Elmar Laux mit einigen Arbeiten

Prof. Theo Wolf